Zimmerbelegung in Basel sinkt um 4.2 Prozentpunkte

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Aber Kapazitätsausweitung führt zu neuem Logiernächte-Rekord…[nbsp] Die Nachfrage im Basler Tourismus erreichte 2009 trotz ungünstiger Konjunkturlage eine neue Bestmarke. Mit 1’030’342 Übernachtungen wurde das beste Resultat aller Zeiten erzielt. Der Spitzenwert des Vorjahres wurde um 2.1 Prozent übertroffen. Der Freizeittourismus gewann weiter an Bedeutung. Weil zusätzliche Anbieter auf den Basler Hotelmarkt drängten, ging die Zimmerbelegung um 4.2 Prozentpunkte zurück.

Die Entwicklung der Übernachtungszahlen im Jahr 2009 zeigte sich stark durch konjunkturelle Impulse beeinflusst. Nach eher rückläufigen Werten am Jahresanfang stieg die Zahl der Übernachtungen und lag meist über den Vergleichswerten des Vorjahres.

Starker Heimmarkt. Nach Herkunftsstruktur betrachtet, zeigte sich vor allem die Binnennachfrage mit einem Wachstum von 15’147 Logiernächten oder 5.1% sehr dynamisch, was einmal mehr die Beliebtheit Basels in der Schweiz unterstreicht. Auch die ausländischen Gäste sorgten für eine positive Bilanz. Ihre Zunahme um 6282 oder 0.9% auf 716’309 Logiernächte fiel aber vergleichsweise gering aus.

Der deutliche Zuwachs ist neben der steigenden Binnennachfrage zu einem grossen Teil auch der anziehenden Kontinental-Nachfrage zu verdanken. Der Tourismus am Rheinknie war seit jeher stark europaorientiert. Die europäische Kundschaft machte 2009 rund drei Viertel der ausländischen Nachfrage aus. Auf ihr Konto gingen 2.2% mehr Übernachtungen als ein Jahr zuvor.

Schwacher Euro, schwaches Pfund

Die Herkunftsstruktur der Übernachtungstouristen zeigt ein breit gestreutes Besucherfeld, wobei die herausragende Bedeutung der deutschen Gäste mit 19.6% Marktanteil augenfällig ist. Die von ihnen verbuchte Logiernächtezahl von 201’941 stieg im Vergleich zum Vorjahr um 18’518 oder 10.1% an.

Die zweite Stelle der Nachfragesteigerung belegten die Gäste aus Frankreich. Die von ihnen registrierte Übernachtungszahl stand 12.4% über dem Vorjahreswert. Danach folgten Belgien (+2423/+18.6%) und Italien (+1521/+3.8%). Die kräftige Abwertung des Euro gegenüber dem Schweizer Franken, die einen Besuch in Basel verteuerte, verhinderte wohl ein noch besseres Abschneiden in diesem Segment.

Auch das Pfund wertete sich im Vergleich zum Schweizer Franken ab, was der preislichen Wettbewerbsfähigkeit der Basler Tourismuswirtschaft nicht zuträglich war. Das schwache Pfund hat zur sinkenden Nachfrage aus Grossbritannien (-3525/-4.3%) bestimmt beigetragen. Die Zahl der britischen Gäste war seit dem Aufkommen der Billigflieger am EuroAirport im Jahr 2004 besonders stark gestiegen. Allerdings hatte sich das Tempo der Zuwachsraten verringert, was auf einen gewissen Sättigungseffekt hinweist.

Mehr Amerikaner, weniger Asiaten

Die Nachfrage aus den USA erlebte hingegen eine ausgezeichnete Entwicklung und erreichte so das beste Logiernächteergebnis aller Zeiten. Die US-Amerikaner verbuchten insgesamt 90’940 Übernachtungen, was im Vorjahresvergleich einer Zunahme um 3672 oder 4.2% gleichkommt.

Bei der ausländischen Nachfrage verzeichneten insbesondere die Fernmärkte deutliche Einbrüche. Von den aussereuropäischen Märkten absolut am stärksten abgenommen hat die Logiernächtezahl der Gäste aus Asien (-7155/-11.9%). Dies erstaunt nicht angesichts der Angst vor der Schweinegrippe und den Belastungsfaktoren als Folge der Wirtschaftskrise.

Zunahme der Tourismusintensität

Stellt man die registrierten Übernachtungen in Relation zur Einwohnerzahl, so erhält man mit der Übernachtungsintensität einen wichtiger Indikator für die quantitative Bedeutung des Tourismus für die Bevölkerung als Beschäftigungsfaktor und Einkommensquelle.

Im Jahr 2000 wurden in Basel-Stadt rund 3.5 Übernachtungen je Einwohner gezählt. Dieser Wert stieg seitdem um weitere 1.9 Logiernächte. Im Jahr 2009 wurden somit rund 5.4 Übernachtungen pro Einwohner registriert.

390 zusätzliche Betten innert Jahresfrist

Die Angebotsstruktur hat sich innerhalb der letzten zehn Jahre stark verändert. Der Aufschwung der vergangenen Jahre führte dazu, dass die Basler Hotellerie mit der Ausweitung der Kapazität reagierte. So standen den Gästen 2009 nach der Eröffnung von zwei neuen Hotels durchschnittlich 64 Hotelbetriebe mit 3531 Zimmern (+161 gegenüber 2008) und 5731 Gastbetten (+390) zur Verfügung.

Dank des vergrösserten Angebots kann nun während Messen und saisonaler Spitzen die zusätzliche Nachfrage besser von den lokalen Hotelbetrieben absorbiert werden, so dass Gäste weniger oft in die nähere und weitere Umgebung ausweichen müssen.

Aus der Auslastung der Hotelzimmer ergibt sich die betriebswirtschaftlich wichtige Grösse des Nutzungsgrades der vorhandenen Kapazitäten. Im Mittel des Jahres 2009 betrug die Zimmerbelegung 60.7%. Dieser Wert ist gegenüber dem Jahr 2008 um 4.2 Prozentpunkte zurückgegangen, unter anderem weil die Zahl der angebotenen Zimmer um 4.8% zugenommen hat.

Allerdings variiert diese Quote erheblich von Werktagen zu Wochenenden. Die Zimmerbelegung präsentiert sich an Werktagen wegen des Geschäftstourismus mit 65.9% meist gut bis sehr gut. Im Wochen- und Jahresverlauf ist sie aber grossen Schwankungen unterworfen.

Die Wochenendzahlen liegen trotz des attraktiven kulturellen Angebots darunter. Im Jahresmittel waren an den Wochenenden 47.6% der Zimmer belegt. Die bessere Vermarktung von Basel im Ausland unter dem Claim „Culture Unlimited“ nicht nur als Business-, sondern auch als Architektur- und Kulturstadt brachte mehr Freizeittouristen in die Stadt. Dies hatte über einen Zeitraum von zehn Jahren betrachtet eine grössere Zunahme der Zimmerbelegung an den Wochenenden um 5.1 Prozentpunkte, verglichen mit der Entwicklung an den Werktagen (2.7 Prozentpunkte), zur Folge.

Hohe Nachfrageschwankungen im Jahresverlauf führen zu einer zeitweise schlechten Nutzung der vorhandenen Kapazitäten. Monatlich betrachtet war die Zimmerauslastung im März mit 73.1% am höchsten. Während der Baselworld wurde eine Auslastungen von 97% erreicht. Nicht einmal der Einsatz von 16 „schwimmenden Hotels“, die 7588 zusätzliche Logiernächte vermeldeten, verhinderte, dass Gäste bis nach Zürich, Luzern oder ins benachbarte Ausland ausweichen mussten. Im Monat Dezember lag die Auslastung mit nur 48.1% am tiefsten.

Strukturwandel oder Sparkurs?

Die Verteilung der Hotelübernachtungen nach Kategorie zeigt deutlich, dass der Geschäftstourismus durch die Wirtschaftskrise am stärksten getroffen wurde. Während inländische Gäste überwiegend wie in den letzten zehn Jahren den Basler Dreisternehotels treublieben, bevorzugten nun auch die ausländischen Gäste zum ersten Mal diese Hotelkategorie. Dies unter anderem weil die Unternehmen bei den Übernachtungen Mittel einsparen wollen. Bis 2004 waren es vor allem die Fünfsternehotels. Seit der Ankunft der Billigflieger am EuroAirport im Herbst 2004 wurden von den ausländischen Gästen die Viersternehotels vorgezogen, was ein weiterer Hinweis auf die Zunahme des Freizeittourismus ist.

Ein interessantes Bild zeigt sich bei der Betrachtung der Übernachtungen der wichtigen Märkte des Basler Tourismus nach Kategorie. Der grösste Anteil der Gäste aus den Golf-Staaten (48.5%) übernachtete in Fünfsternhotels. An der zweiten Stelle lagen die US-Amerikaner mit 38.9%. Die Engländer (36.1%) zogen ein Viersternehotel vor, ebenso wie die meisten Japaner (37.6%). Die Deutschen (39%) übernachteten am liebsten in Dreisternehäusern. Diese wurden auch von den meisten Gästen aus Frankreich (35.6%), Italien (48.4%), den Niederlanden (43.2%), Belgien (35.8%), Österreich (46.3%) und Spanien (36.9%) bevorzugt.

Kürzere Verweildauer

Im Jahr 2009 wurde ein noch stärkerer Trend zu kurzfristigen Besuchen festgestellt. Die Aufenthaltsdauer betrug durchschnittlich 1.94 Tage (Vorjahr 2.03). Die Entwicklung hin zu kürzeren Aufenthalten ist einerseits Ausdruck des typischen Städtetourismus mit einer Aufenthaltsdauer von ein bis zwei Tagen, der zunehmend auch in Basel anzutreffen ist. Andererseits wird aber auch deutlich, dass bei der Hauptklientel des Basler Tourismus, den Geschäftsreisenden, die Aufenthaltsdauer ebenfalls zurückgeht.

Von den Besuchern aus den wichtigen Märkten am längsten im gleichen Hotel blieben Gäste aus den Golf-Staaten (4.18 Tage) und Indien (3.40). Die kürzeste Verweildauer wiesen die Gäste aus Luxemburg mit 1.55 und Frankreich mit 1.62 Tagen auf.

Saisonale Übernachtungsverteilung

Die Auswertung des saisonalen Übernachtungsaufkommens zeigt, dass die Nachfragespitze mit 100’918 Übernachtungen im November erreicht wurde. Dies ist insbesondere auf die Igeho sowie auf das Sport- und Kulturangebot (Swiss Indoors, Avo-Session) zurückzuführen.

Des weiteren auffällig ist die Konzentration der Nachfrage auf den März mit 100’690 Übernachtungen. Das widerspiegelt die Baselworld. Der September profitierte mit 100’259 Übernachtungen vom reichen Kulturangebot. Der Tiefststand stellte sich im messe- und kongresslosen Januar mit 60’270 Übernachtungen ein.

Gebremste Dynamik

Die Entwicklung der touristischen Nachfrage in Basel verlief 2009 oberhalb der schweizweiten Dynamik. Dennoch werden die Aussichten für das Jahr 2010 sehr vorsichtig beurteilt. Die ausländischen Nachfrageimpulse fallen wohl trotz des verbesserten weltwirtschaftlichen Ausblicks noch schwach aus.

Basel Tourismus geht von einem Rückgang im Bereich von zwei bis drei Prozent aus. Die nationale und internationale Konjunktur, die Entwicklung der Wechselkurse sowie die Marketingmassnahmen werden die weitere Entwicklung massgebend beeinflussen.
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http://www.statistik.bs.ch/

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