Fisch in Sicht

Zürich hat ein neues Lokal für Fischküche.Und weil es nur für zwei Wochen besteht, sollte man es ganz besonders geniessen.

Eigentlich wollten die Betreiber des Seebads Enge in ihrem temporären Fischbistro Zürichsee-Forellen servieren. Die sind aber so rar, dass kaum jemand satt geworden wäre. Darum kommen nun Fische aus der Biozucht von August Nadler in Rohr bei Aarau auf den Tisch. Die schmackhaften Aargauer, die ein paar Stunden zuvor noch in Bächen nachempfundenen Becken schwammen, gibt es in zwei Varianten: als klassische Forelle blau (24 Fr.) und gebraten mit einer mediterranen Kräuterfüllung (25 Fr.).

Die Forelle blau, einst eines der beliebtesten Gerichte in Schweizer Restaurants, wird nur wirklich blau, wenn der Fisch ganz frisch in den leicht köchelnden Sud kommt. Bei den Exemplaren, die wir am für einmal nicht anonymen Testessen vor der offiziellen Fischbistro-Eröffnung mit brauner Butter geniessen, stimmen Farbe, Geschmack und Festigkeit. Noch ein paar von den gekräuterten Salzkartoffeln (7 Fr.) dazu, und das nostalgische Vergnügen ins perfekt.

Selbst Forelle-blau-Puristen dürften aber ein wenig zucken, wenn der Tischnachbar seinen gebratenen Fisch aufschneidet. Der hat nicht nur eine knusprige Haut, sondern birgt in seinem Bauch eine wahre Delikatesse. In der auf der Karte sehr zurückhaltend beschriebenen Füllung finden sich nämlich nicht nur Kräuter, sondern auch Tomaten, Oliven und Artischocken. Bestreichen Sie die als Beilage erhältlichen, hausgemachten Kartoffelgnocchi mit dieser Masse. Sie werden sehen, das schmeckt herrlich. Die in Butter leicht angebratenen Gnocchi selbst sind ungeachtet ihrer gigantischen Grösse – etwa viermal über Normalmass – zart und fluffig.

Eine gelungene Beilage finden wir auch den grünen und weissen Spargel in Begleitung einer tadellosen Sauce Hollandaise (11 Fr.). Vor allem die weissen Stangen: Sie haben Biss, sind schön dick und wunderbar zart. Für Vegetarier ist der Spargel mit den gekräuterten Salzkartoffeln als Hauptgang für 28 Franken erhältlich.

Am schönsten ist es im Fischbistro gleich nach Türöffnung um 18 Uhr. Dann hat die Frühlingssonne noch Kraft. An regnerischen Tagen werden die Plätze mit einer Plane gedeckt, und stimmungsvoll sind die langen Bänke und Tische ein paar Meter vom Wasser entfernt ohnehin immer.

Für Gruppen ab 13 Personen ist eine Vorbestellung per E-Mail an gastro@seebadenge.ch notwendig. Auch sonst empfiehlt sich eine Reservation: Die Sache mit dem Fischbistro wird sich rasch herumsprechen.

Das Fischbistro hat noch bis zum 8.5. jeweils ab 18 Uhr geöffnet Sonntag und Montag bleibt es geschlossen

 

Quelle & Bild: Züritipp



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