Oberklasse: Rooftop Restaurant

Ess- und Ausgehkultur miteinander zu verbinden, haben in Zürich schon einige versucht. So gut wie im Rooftop ist es aber noch nie gelungen.

Rooftop Bar

Manchmal dauerts ein wenig, bis der Wagen kommt. Doch das Warten lohnt sich.
Bild: Urs Jaudas

Es war einmal ein Lüftungsraum im obersten Stock eines Hauses an der Bahnhofstrasse. Und weil sich niemand für ihn interessierte, blieb er trotz bester Lage und Aussicht eine halbe Ewigkeit ein Lüftungsraum. Bis Michel Péclard kam. Der rastlose Zürcher Gastronom verwandelte das hässliche Entlein in einen stolzen Schwan, der nun den Namen Rooftop Restaurant trägt und über die spektakulärste Terrasse der Stadt verfügt. Gekocht wird im Dachgeschoss des Modissa-Gebäudes mehrheitlich asiatisch. Der Service erfolgt vom Wagen, der im eleganten, aber nicht protzigen Innenraum und auf besagter Terrasse die Runde macht.

Wir starten unser Abendessen draussen nach einiger Wartezeit – es ist Montag und trotzdem fast voll besetzt – mit einer Auswahl kalter Vorspeisen. Der knackig-frische Gurkensalat mit Wakame und grillierter Aubergine mit Sesam (6 Fr.) gefällt uns ebenso gut wie der Pulpo mit Zwiebeln, Kefen und kleinen Frühkartoffeln (9 Fr.). Beide Male ist genau die richtige Portion Säure im Spiel. Eine hübsche Idee sind die kalten Pizzaslices mit fruchtigem Tomaten­belag, rohem Thunfisch, Rucola, Kräutersauce und Parmesanhobeln (6 Fr.). Nur der Teig ist zu dick und zu bleich. Wenn schon kalt, dann lieber wie bei einer weichen Sardenara.

Das grüne Thai-Curry mit Poulet (12 Fr.) macht dafür gleich doppelt Freude. Es ist genügend scharf, aber nicht überwürzt, dazu sämig, aber nicht zu schwer und kokosnusslastig. Köstlich, wenn auch ein klein wenig teigig sind die Dumplings mit Schweinefleischfüllung (12 Fr.). Sie sind auch mit Rind und als vegetarische Version erhältlich.

Dann wird es richtig schweinisch: mit knusprigen Spareribs (18 Fr.), deren zartes, saftiges Fleisch sich bereitwillig vom Knochen löst. Die süssliche Glasur im chinesischen Stil schmeckt so gut, dass man aufpassen muss, sich beim gierigen Verzehr nicht in die Finger zu beissen. Zum Abschluss – und Gott sei Dank mit heilen Fingern – löffeln wir luftige, angenehm herbe Mousse au chocolat (4 Fr.) aus dem Glas, auf dessen Grund die klein geschnittene Ananas für unseren Geschmack etwas gar euphorisch Saft gezogen hat.

Extraklasse sind die Cocktails von Barchefin Jennifer Ann Hunziker, die aus dem Raygrodski hierher wechselte. Der Burning Modissa mit Rum, Mezcal, Erdbeere und Passionsfrucht (18 Fr.) hat das Zeug zum Sommerdrink 2015.

 

Quelle: Züritipp

Bild: Rooftop Bar

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