„Mit der Kontiki-Bar und der Züri-Bar schliessen die letzten richtigen Kneipen“

Ende Jahr schliessen im Niederdörfli die Kontiki-Bar und die Züri-Bar. Damit sterben gleich zwei Kult-Chnellen. Rolf Vieli, der ehemalige Chef der Langstrasse, sagt, das seien die letzten Dinosaurier, vergleichbare Bars gebe es keine mehr. Ein Gespräch über die neue Geschwindigkeit im Ausgang, hohe Mietzinsen und Kaffee-Kultur als letzte Hoffnung.

Rolf Vieli ist einer, der weiss, wie sich Städte verändern. Zwischen 2001 und 2011 war er der „Mister Langstrasse“, machte sich mit dem Projekt „Langstrasse Plus“ einen Namen. Er bekämpfte im Quartier im Auftrag der Stadt Drogen, Prostitution und beobachtet jetzt, wie das Viertel teilweise zum Szenen-Hotspot verkommt. Der Wandel der Gesellschaft kann laut Vieli an Bars abgelesen werden, nicht nur an der Langstrasse – überall.

Die Züri-Bar gilt als älteste Bar der Stadt. Wie die Kontiki-Bar, gleich daneben, hat sie Kult-Status. Ende Jahr schliessen beide für immer. Was bedeutet das?
Rolf Vieli: In solche Bars geht man – oder besser gesagt ging man – um sich auszutauschen, etwas zu teilen, etwas zu erfahren, das man noch nicht wusste. Das ist heute seltener gefragt, deshalb sterben mit diesen zwei Bars die zwei letzten „richtigen Chnellen“, die es noch gab.

Gibt es keine anderen mehr?
​Nein, ich fürchte, das waren tatsächlich die letzten zwei. Die Olé Olé-Bar, so wie sie früher war, oder das Stray Cat an der Langstrasse, das nach 30 Jahren dieses Jahr ebenfalls schloss, das waren ähnliche Bars. Bestehende fallen mir keine mehr ein. Die Ur-Bar, die Kneipe im positiven Sinne, ist tot. Allerdings bemerke ich bei Vielen eine Sehnsucht nach solchen Treffpunkten.

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Bild: watson



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