Rachel’s: HARTE SCHALE – LECKERER KERN

Süsse gepaart mit Säure? Die Schlangenfrucht ist momentan hoch im Kurs. Ob als Superfood oder in der Gault-Millau-Küche – alles ist möglich.

Freches Früchtchen? Ja die gibt’s tatsächlich und sind momentan „der“ Trend in den Küchen der Chefs. Je seltener, umso begehrter.
Als ich letztes Jahr in Bali war, besuchte ich oft den Markt in Ubud. Man bekommt alles Mögliche an Esswaren.
Die Auswahl an exotischen Früchten, Gemüse und Getreide stapelt sich nur so auf den schäbig zusammengebastelten Marktständen. Meist sind es lokale Kleinbauern, welche eine kleine Plantage besitzen und diese ernten, um die reifen Lebensmittel für die Konsumenten am wöchentlichen Markt feil zu bieten. Na ja, es gab da auch einige Früchtchen, die nicht gerade das Gelbe vom Ei waren. Wir reden hier von einer geschmacklichen Achterbahnfahrt. Ja, auch die Stinkfrucht (in unserem Sprachgebrauch auch gern mal „Kotzfrucht“ genannt) ist in Indonesien sehr beliebt. Ich möchte Euch aber heute von einem anderen tollen Früchtchen erzählen. Vielleicht kennen sie ein Paar von Euch schon: die Snake-Fruit, Schlangenfrucht oder auch Salak genannt.

Die Frucht wächst an der Salak-Palme und kommt vor allem in den Regionen Sumatra und Java vor. Dort gedeiht sie in sumpfigen Gebieten, wo genügend Dickicht herrscht. Wie die meisten exotischen Früchte, ist auch sie sehr kälteempfindlich und wächst daher nur in tropischen Regionen. Die Palme an sich ist ein eher kleinstämmiger Baum. Also nicht, wie bei üblichen Palmen, hoch, sondern eher tief. Es sieht fast aus, als kämen nur die Blätter aus dem Boden. Die Frucht ist eines der ältesten Lebensmittel der Welt. Da sie am unter Bereich der Pflanze wächst, stellt sich die Ernte dementsprechend als schwierig dar.

Schlangenfrucht

Zurück aber zum Früchtchen. Ich entdeckte sie an einem regnerischen Morgen bei einer älteren Einheimischen am Marktstand. Von aussen sieht sie fast wie eine grosse Litschi oder eine mutierte Kastanie aus. Eigentlich wirkt die Schale wie eine Art Schuppen.
Sie bat mich, die Frucht zu kosten, man soll sie zuerst schälen und dann das Fruchtfleisch vom Kern lösen. Nach sorgfältigem Entfernen der Schale kam darunter eine beige Frucht zum Vorschein. Fast in Form eines Herzens, und auch hier erinnert das Innere stark an ein „Maroni“. Der Geschmack ist jedoch bombastisch gut – eine Verschmelzung von Ananas und Erdbeere, oder war es doch eher Apfel mit Birne? Auf jeden Fall leichte Süsse, gepaart mit verträglicher Säure. Dies zusammen harmoniert wunderbar mit ihrer festen Konsistenz.

Wir sprechen hier von einer echten Vitaminbombe. Sie enthält nicht nur Vitamin C und Beta-Carotin, sondern auch viele Kohlenhydrate und eine gute Menge an Kalzium. Natürlich wird sie vorwiegend im asiatischen Raum angeboten, was nicht heisst, dass man sie in der Schweiz nicht bekommt. In führenden Markthallen oder speziellen Geschäften kann man sie allemal kaufen.

Mein Fazit also: die perfekte Zutat für Wok-Gerichte und die asiatische Gourmet-Küche. Wer sich jetzt fragt, weshalb sie „Schlangenfrucht“ genannt wird, der sollte sich die Schale mal genauer betrachten – ein wahres Wunder der Natur.

Bilder: Pinterest



Rahel Schneuwly

Rahel Schneuwly ist gelernte Polygrafin, Creative Director und Mutter eines Sohnes. Sie arbeitet im Bereich Photography, Home-/Food-Styling und Visual-Storytelling. Seit je her lebt sie die Kreativität und ihr Food-Blog ist das passende Produkt dazu, oder wie man so schön sagt: das Tüpfelchen auf dem i.

Durch die Symbiose von Food, Kreativität und Emotionen lässt sie sich täglich inspirieren. Dies teilt sie durch ihre Workshops im eigenen Kochloft in Solothurn mit ihren Gästen. In der wöchentlichen Kolumne auf Best of Swiss-Gastro, gibt sie Euch einen kleinen Einblick in die Welt des Genusses.