ACID BAR

Was haben Linzer Torte, der Grand Canyon und unbezahlbare Chanel Bags gemeinsam? Nichts. Ausser, dass ich an all das dachte, während ich den Versuch startete, die Zürcher ACID BAR in Worte zu fassen.

Wie schon erwähnt, treibt mich dieses Jahr das Thema Dating um. Ihr merkt es selbst: Es wird Zeit, dass ich mein sentimentales Leben in den Griff bekomme. Um meine Wochenstarts ein bisschen zu pimpen und nicht alle Höhepunkte meiner Woche aufs Wochenende zu verlagern, habe ich beschlossen nur noch dienstags zu daten. Nur noch Doppel D: Dienstagsdates.

ACID Bar Tisch

Ich möchte den üblichen Wochentagskreislauf durchbrechen. Keine müden Montage mehr. Schluss mit dem sich halbherzig durch die Arbeitswoche Schleppen, um dann wie von Geisterhand vitalisiert, am Freitag voller Elan ins Wochenende zu stürzen und Montag wieder mit der üblichen schlechten Laune in die Woche zu starten. Nein! Diese Achterbahn muss ein Ende nehmen.

Dieser ganze Hype ums Wochenende ist doch ohnehin verrückt. Warum nicht montags daten, werden sich einige fragen. Naja, seien wir ehrlich. Montage können gepimpt, aber nie wirklich cool werden. Sie gleichen einem hysterischen Floh mit niedrigem Blutdruck. Totale Flaute. Meine Woche hat seit meiner Entscheidung nur noch dienstags zu daten, eine ganz andere Struktur angenommen. Samstags friends & family, sonntags Schönheitsschlaf, montags Vorfreudenfloh, dienstags Rock n Roll. Keine chanel bags aka Augenringe mehr unter meinen Augen (ohnehin die einzigen chanel bags, die ich mir je leisten konnte).

ACID Bar Alexandra Piovani

Eine Bar, wo ihr mit chanel bags (zumindest denen aus Paris) definitiv niemanden beeindruckt, ist die ACID BAR in Zürich. Nomen est Omen. Bei einem Date in der ACID BAR werdet ihr definitiv high. Aber auf die Art, von der ihr auch eurer maman vorschwärmen könnt. Die ACID BAR ist der Hormonbooster schlechthin. Ihr werdet süchtig nach den Emotionen sein, die sie in Euch weckt. Und selbst wenn das Date kein Jackpot sein sollte und Euch nicht den Kopf verdreht, wart ihr wenigstens mal in einer der angesagtesten Bars der Langstrasse.

Abseits der gastronomischen Verlockungen, lockt das ACID mit verschiedenen Veranstaltungen, wie zum Beispiel Tattoo sessions (so genannte flash days) mit renommierten, internationalen Tattoo artists.

Sheila Lopardo, eine der Inhaber der ACID BAR, hat übrigens dieselbe Tattoo Artist wie ich, die glorreiche Madame Buraka. Ich hoffe sehr, dass Mme Buraka mal zum Stechen ins ACID kommt.

Die frischen Vibes, die Sheila von all ihren Reisen mit nach Züri schleppt, spiegeln sich auch im Interieur der ACID BAR wieder. In langen Beutezügen durch Zürcher Brockenhäuser hat Sheilas glückliches Händchen ein wunderbar aufeinander abgestimmtes, retrofuturistisches Interieur geschaffen, dessen Farbgebung Euch zum Grand Canyon entführt. Warmes Terracotta schmiegt sich sanft an oszillierendes Saphirgrün, das vom Materialmix der Möbel aus Holz, Leder und Metall umgarnt wird.

ACID Bar Alexandra Piovani

Ich mag die Idee in eine Bar zu kommen in der der Bartender mich mit einem verwegenen Lächeln fragt «Wie immer?». Darauf hoffend bestelle ich immer den Ginger Kick. Genau richtig, um die Nervosität beim ersten Date ein wenig zu zähmen.

Homemade Drinks sind den Inhabern, Sheila Lopardo und Yann Gurtner wichtig. Die meisten der im ACID servierten Produkte sind aus Zürich oder zumindest aus der Schweiz. Das Menü besticht durch eine saisonale Karte und ein kleines, aber sehr bedacht ausgewähltes Sortiment. Neben der Qualität der Produkte bezirzen Euch charmante Servicekräfte mit Produkten, die es in sich haben. Kaffee aus der Zürcher Mikrorösterei der Gebrüder Daniel & David Sanchez , die gebrüht in Marzocco-Kaffeemaschinen ihre Vollendung finden, kitzeln den müdesten Gaumen wieder wach.

Wer lieber koffeinfrei unterwegs ist, kann Homemade Lemonades wie Ginger Kick (Ingwer, Limette, Zitrone, Honig, Angostura, Soda), Green Queen (Gurke, Limette, Minze, stilles Wasser), Loco Limo (Kokosnusswasser, Zitrone, Limette, Zucker) schlürfen. Und wer nach dem ersten Drink beim Date noch immer etwas gegen die Nervosität tun möchte, kann sich heimlich einen kleinen Shot in die Limonade spritzen lassen. Wer es lieber klassisch mag, kann sich von einem der Weine verführen lassen, die allesamt aus der Vinothek Brancaia in Zürich, Tiefenbrunnen stammen.

Und falls das Date sich wirklich als totaler Reinfall entpuppen sollte, kann man seinen Frust im superfeinen Essen der ACID BAR ersticken und seine Laune so in nullkommanix wieder in himmlische Sphären katapultieren. Die kulinarischen Kreationen sind übrigens immer zu haben – egal ob um 12 Uhr mittags oder 1 Uhr in der Nacht. Neben deftigen Klassikern wie Chili con Carne, dessen Hackfleischmischung von der Metzg eigens für die ACID BAR kreiert wird, gibt es auch kleine Häppchen wie goldene Arrancini, bodenständiges Rührei auf Butter oder zarte Desserts wie fluffiges Bocca di Rosa.

ACID Bar Drink

Jede Sünde wert ist die hausgemachte Linzertorte von Betty aus Zürich. Betty, falls Du das liest: Deine Linzertorte ist die beste, die ich je gegessen habe (und ich hatte viele!). Diese Torte merzt jede Vernunft, jeden besorgten Gedanken um meine Figur und meinen Blutzuckerspiegel aus. Wenn Euer erstes Date Euch nicht mindestens genau so vom Hocker haut wie diese Linzertorte mich, dann ist es keine weitere Sekunde Eurer Zeit wert. Ein gutes erstes Date sollte die Bereitschaft wecken, konsequent unvernünftig sein zu wollen, verrückte Dinge zu tun oder Dinge, die ihr noch nie getan habt.

Zumindest denke ich so seitdem ich mit meinen Freundinnen einen WhatsApp-Gruppenchat eröffnet habe und mir eine von ihnen vor meinem Date wünschte «Alex, tue nichts, was wir nicht auch täten. Ach, vergiss es! Mach ALLES! Rock ´n Roll». Malicieuse, frech und mit offen-mutigem Herzen flaniere ich durch die Stadt und hoffe darauf, dass Amor seinen Pfeil auf mich richtet. Vielleicht lockt er mich ja ins ACID.

Lock DU mich doch ins ACID, wenn Du mich magst.

ACID – Coffeeshop / Bar
Langstrasse 67
8004 Zürich
www.acidacid.ch

ACID Bar Alexandra Piovani

Übrigens, den Fashionistas unter Euch empfehle ich nicht nur Sheilas ACID BAR, sondern auch ihr Fashion Mekka Marché Noir, das sie gemeinsam mit Alessia Dal Santo ins leben gerufen hat und nur einen Katzensprung vom ACID entfernt ist. Miau!

Marché Noir verdankt seinen Namen nicht etwa illegalen Schwarzmarktkleidern, sondern seiner Vorliebe für die hauptsächlich schwarzen Teile, die dort über und unter der Ladentheke weggehen wie heisse Semmeln.

Neben liebevoll ausgewählten Vintageteilen präsentieren hier junge und lokale Designerinnen und Designer ihre Kreationen. Wer statt Stangenware auf uniqueness setzt, wird hier definitiv glücklich. Ich bin es schon!

Marché Noir
Showroom
Zwinglistrasse 19
8004 Zürich
www.marchenoir.ch

Fotos: Sarah Reuland 
Illustration: Ludek Martschini

 

Ludek Marschini



Alexandra Piovani

Alexandra Piovani ist internationales Model und frisch gebackene Zürcherin. Sie stammt aus dem Mutterland der grossen Küchenkunst und hat von „Maman“ diesbezüglich nicht nur gute Gene mitbekommen. Sie berichtet in ihrer unverwechselbaren unverblümten Franzsuisse-Sprache von den absoluten Hotspots des Nachtlebens. Wo Ihr sie allenfalls beim genüsslichen Schlummertrunk antreffen könnt, lest Ihr hier...