Slushtails – da dreht was!

Corona bedeutete totalen Stillstand für die Bar- und Cocktail-Szene? Nicht überall. Kreative Gastronomen setzten auf To-go-Drinks aus der Slush-Maschine: schnell vor- und zubereitet, instagrammable und anders als die supersüssen Kindheitsträume der 70er und 80er mit ausgewogenen Rezepturen bei gleichzeitig hohem Erlebnisfaktor für Erwachsene.

Als im Frühsommer 2020 klar wurde, dass Bars in Deutschland nach dem Lockdown weiterhin nur To-go-Getränke verkaufen dürfen, begann Lukas Motejzik in seiner Zephyr Bar in München, seinen Gästen farbenfrohe, halbgefrorene Cocktails aus der Slush-Maschine mit auf den Weg zu geben. Die Idee hatte er aus einer New Yorker Bar mitgebracht. Sieben verschiedene Slushtails, darunter spassorientierte Sorten wie Wasser melonen-Daiquiri oder knallblauer «Swimming Pool», üppig getoppt mit Früchten, karamellisiertem Popcorn oder Schokolade, sorgten für ein gutes Geschäft mit geringem Personalaufwand. Denn vor allem das einfache Handling macht Slushtails wirtschaftlich interessant. Für den 0,3-l-Becher waren zwischen 11  und 13  Euro fällig. Wichtig: Generell brauchen Slushtails einen höheren Zuckergehalt, damit sich der Geschmack gegen die Kälte durchsetzt. «Darüber hinaus muss die beigefügte Wassermenge bei der Rezeptur berück-sichtigt werden, damit der Geschmack weder zu stark noch zu wässrig wird und die Konstanz stimmt», erklärt der Barprofi. Seitdem er im Zephyr wieder Gäste empfangen darf, bietet Motejzik einen «Slushy of the Day» an – inhouse oder to go – und wünscht sich, dass andere Barkollegen den Trend aufgreifen: «Die Nachfrage ist auch indoor vorhanden. Gut gemachte Slushtails sind eine tolle Alternative, Cocktails zu geniessen!»

SLUSHY THEATRE MACHT PASSANTEN ZU KUNDEN

Diesen Wunsch erhört hat unter anderem Daniel Kroschinsky. Mitte Mai 2021 wurde aus seiner Bar Grand Pu in Düsseldorf die «Slusheria». Bei gutem Wetter erfüllt das «Slushy Theatre» aus rotierenden Kühlstäben und bunter Masse unter einem trashigen Sonnenschirm auf der Terrasse seinen Marketing-Zweck und macht aus Passanten Kunden. In den sozialen Medien kam die Botschaft «Wir sind noch da! Kommt vorbei!» dank den mundwässernd inszenierten «Slushtails» ebenfalls gut an. Cocktails, aber eisig, lautete das Lockdown-Rezept von Marian Krause in Köln. In seiner Bar The Grid hatte er in den vergangenen Monaten Slushtails im 0,3-l-Cup à 10 Euro im Programm. Allerdings: «Man muss einfacher und grösser denken, nicht in Millilitern, sondern in Litern», betont Krause, «und nicht zu verspielt.»

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INSTAGRAMMABILITY

Krause empfiehlt Long Drinks und Rezepturen mit Süsse und Säure. «Weniger geeignet sind klassische Cocktails à la Old Fashioned oder Negroni, die vorrangig aus Alkohol bestehen.» In Sachen Optik legt er Wert auf Instagrammability (Instagram-Eignung): Von frischen Kräutern über Popcorn und Pandan-Blätter bis hin zu kleinen Meringues sorgen vielfältige Dekorationen für den Wow-Look der Drinks – und für sozialen Gesprächsstoff. Der Buzz um die Slushys dürfte für ihn durchaus noch wachsen: «Corona hat das Spazierengehen populär gemacht. Da ist ein Slushtail der perfekte Begleiter!»

WAS SIND SLUSHTAILS?

Das alkoholische Pendant zu den bunten, halbgefrorenen und viel zu süssen Limos aus der Rotationsmaschine, die in Kinos und Freizeitparks Kinderherzen höherschlagen lassen: beliebte Cocktails, semifreddo und schick dekoriert. Fun im Becher, aber für Erwachsene.

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WAS HATS DRIN?

Im Grossen und Ganzen dieselben Zutaten wie der entsprechende Cocktail. Jedoch brauchen Slushtails mehr Zucker und starke Aromen, damit der Geschmack bei schmelzendem Eis nicht wässrig wird. Darauf: üppige Toppings von Popcorn über Schokolade bis hin zu Früchten.

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WAS BRAUCHT MAN DAFÜR?

Slush-Maschinen (in der Regel je zwei 10-Liter-Tanks) – werden häufig von der Getränkeindustrie gesponsert, Stromanschluss, Platz, eventuell To-go-Becher (0,3 l) und Strohhalme. Ausserdem: viel Experimentierfreude und Kreativität. Bei den Zutaten in Litern denken!

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WER HATS ERFUNDEN?

Die Amerikaner. Lukas Motejzik brachte die Idee aus New York City mit nach München und setzte sie während des Lockdowns in seiner Zephyr Bar um. Weitere Barprofis wie Daniel Kroschinsky (Grand Pu Bar, Düsseldorf) und Marian Krause (The Grid Bar, Köln) folgten.

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WARUM WAREN SLUSHTAILS GERADE IM LOCKDOWN ERFOLGREICH?

Während des Lockdowns wurde Spazierengehen zum neuen Volkssport. Slushtails boten die Gelegenheit, dabei unkompliziert hochwertige Drinks zu konsumieren, und brachten gleichzeitig Sommer-Feeling in den Becher. Ganz nebenbei füllten sie Instagram mit sexy F&B-Fotos.

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WARUM WAREN SLUSHTAILS GERADE IM LOCKDOWN ERFOLGREICH?

Während des Lockdowns wurde Spazierengehen zum neuen Volkssport. Slushtails boten die Gelegenheit, dabei unkompliziert hochwertige Drinks zu konsumieren, und brachten gleichzeitig Sommer-Feeling in den Becher. Ganz nebenbei füllten sie Instagram mit sexy F&B-Fotos.

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