Krumes: "Wir werden auch 2016 auf die Branche hören"

«Best of Swiss Gastro» ist zwölf Jahre alt. Andreas Krumes spricht über Vergangenes und blickt in die Zukunft.
HGZ: Wie kommt man auf die Idee, einen Gas­troaward zu gründen ?
Andreas Krumes: Die Idee ist aufbauend auf der Plattform GastroFacts entstanden, welche ich 2002 gegründet habe (Verkauf 2009 an die Wigra-Gruppe). Mit GastroFacts konnte ich in 2004 den «Best of Swiss Web» gewinnen. Das Konzept hat mir gefallen und ich habe geschaut, was es für unsere Branche in dieser Richtung gab. Ich habe nichts gefunden. Nach einem Benchmark in Europa und einer intensiven Analyse vom Gastroaward, der sich in Deutschland gerade zu entwickeln begann, entstand bei mir die Idee von «Best of Swiss Gastro». Bei GastroFacts haben wir die Technik für die Plattform gebaut, und wir hatten auch das dazu nötige Netzwerk und das Magazin. Ohne diese Grundlage wäre das Projekt nie zu realisieren gewesen. Aber, Schuster bleib bei deinen Leisten … ich bin kein Eventler. Darum habe ich einen Partner gesucht. Enge Gespräche mit der Fredy Burger Management Group sowie einer Eventagentur brachten nicht das gewünschte Ergebnis. In meiner Bürogemeinschaft war noch Georg Twerenbold mit seiner Eventagentur, der schon mitbekam, was ich dort aufbauen wollte. Nach einem Abendessen und gutem Wein haben wir die Zusammenarbeit besiegelt und am nächsten Tag die erste Pressemitteilung rausgelassen. «Best of Swiss Gastro» war gegründet. Der Rest ist Geschichte.
HGZ: Was hat sich bei «Best of Swiss Gastro» in den letzten zwölf Jahren verändert?
Krumes: «Best of Swiss Gastro» hat sich von einer kleinen Nischenveranstaltung zu einer crossmedialen Plattform (Online/Print/Event) für die Branche entwickelt. Der Brand ist inzwischen eine nationale Grösse in der Branche und auch bei den Konsumenten angekommen.
HGZ: Was unterscheidet «Best of Swiss Gastro» von den anderen Awards ?
Krumes: Ich denke, dass wir aufgrund unserer Ziele und Philosophie etwas für die Branche realisieren und kein reines Business aufbauen wollen. Somit hatten wir eine andere Ausgangslage. Die Fragen, die wir uns stellen, gehen immer in die gleiche Richtung: Was können wir für die Branche bewegen? Was ist sinnvoll? Wo lösen wir Probleme der Gastronomie? Wo können wir unterstützen?
HGZ: Warum ist «Best of Swiss Gastro» wichtig für die Branche ?
Krumes: Wir wollen, dass die teilnehmenden Betriebe erfolgreicher werden und eine Stimme im Markt erhalten. Unser Konzept baut darauf auf, nicht nur für die Gourmetszene da zu sein, für sie gibt es schon genügend Plattformen und Lobbys. Wir schauen dahin, wo bis heute nur wenige daran interessiert waren, etwas zu bewegen, aber die meisten Gastronomiebetriebe tätig sind. Nämlich in der ganzen Breite der Branche. So geben wir mit unseren Kategorien den Bars, Cafés, klassischen Betrieben, Bergres­taurants, Gourmetrestaurants und auch Take-aways bis zu Foodtrucks eine Stimme. Unser Leitsatz lautet: mehr Bekanntheit, Gäste und Erfolg für die «Best of Swiss Gastro»-Betriebe.
HGZ: Warum kann sich der Award in der Branche behaupten ?
Krumes: Ich denke, weil wir es für die Sache tun und dies mit viel Herzblut, Bereitschaft, aber auch Disziplin. Es ist nicht nur Arbeit für uns, sondern eine grosse Freude. Bei uns steht nicht der kommerzielle Erfolg an erster Stelle. Wir sind überzeugt, wenn wir das, was wir tun, für die Sache machen und das richtig, kommt der Erfolg von allein. Denn auch wir brauchen Erfolg, weil wir eine unternehmerische Verantwortung haben.
HGZ: Was bringt eine Teilnahme den Betrieben ?
Krumes: Wir machen sie bekannt, bieten ihnen eine nachhaltige Plattform und Marketingdienstleistungen sowie Mehrwerte über unsere Partner. Dass dies auch so ist, zeigen die vielen Erfolgsstorys unserer Teilnehmer. Klar, ich muss wollen und selber als Gas­tronom hinter dem stehen, was ich tue, aber das ist nicht nur in der Gastronomie so.
HGZ: Wie nachhaltig ist das ?
Krumes: Teilnehmende Betriebe, welche die Hürde mithilfe der Jury und durch die Bewertung ihrer Gäste erfolgreich meistern und am Award ausgezeichnet worden sind, können nachhaltig unsere crossmediale Plattform nutzen. Wir bieten ihnen ein Konzept für weiterführende Bewertungen und jährlich aktuelle verschiedene Auszeichnungen, welche ausschliesslich auf der Meinung der Gäste des jeweiligen beruhen. Zurzeit entwickeln wir weitere praxisbezogene Dienstleistungen, welche die Betriebe in ihrem Marketing unterstützen. Somit können die Gastronomen langfristig und eben nachhaltig profitieren und sich zu den auserlesenen «Best of Swiss Gastro»-Betrieben zählen.
HGZ: Welche Änderungen gibt es 2015 ?
Krumes: Wir sind umgezogen, und ich habe zusammen mit Nadia Etzweiler die operative Führung übernommen. Nadia und ich sind ein eingespieltes Team, wir haben schon vor zwölf Jahren bei GastroFacts zusammengearbeitet. Dann haben wir unsere Plattform in zwei zielgruppenspezifische Gruppen geteilt: B2B gastroawards.ch und B2C bestofswissgastro.ch. Das Layout wurde aufgefrischt. Wir betreiben neu einen Blog als digitales Magazin. Ab Juli wird eine «Best of Swiss Gastro»-News-Sendung live gehen. Wir haben die Plattform für alle Gastronomiebetriebe geöffnet. Es gibt einen neuen vereinfachten Anmelde- und Bewertungsprozess. Und last but not least – die Internetseite ist mehrsprachig.
HGZ: Wohin wird die Reise gehen ?
Krumes: Die Eckpfeiler für 2016 sind schon gesteckt. Wir wollen natürlich nichts versprechen, was wir nicht halten können, daher ist meine Devise: erst tun, dann reden. Aber die Ziele sind klar, wir werden den Nutzen für Gastronomen, unsere Partner und die Konsumenten optimieren und ausbauen. Dazu gehören einzigartige Marketinglösungen, Mehrwerte für die Konsumenten, weitere Veranstaltungen, und auch im Printbereich wird es einige Überraschungen geben. Erfolg heisst für uns, sich auch ständig zu hinterfragen, in die Branchen hineinhören, mit den Gastronomen an der Front sprechen, was für sie wichtig ist.
HGZ: Wer ermöglicht «Best of Swiss Gastro» ?
Krumes: Wem grosser Dank ausgesprochen werden muss, sind unsere Partner, welche dieses Projekt überhaupt erst ermöglichen, viele sind seit der Geburtsstunde von «Best of Swiss Gastro» dabei. Dazu zählen auch unsere über 30 Fachjurymitglieder, welche ihr Wissen und ihre Zeit mit viel Herzblut dem Projekt widmen. Oft wird das Thema Sponsoring, die Präsenz der Unternehmen im Projekt, von den Gas­tronomen als reine Werbung wahrgenommen. Aber dies ist definitiv nicht so. Viel persönliches Engagement der Partner trägt zum Erfolg bei. Es sind viele gute Freundschaften entstanden, und wir können von einer eigentlichen grossen «Best of Swiss Gastro»-Familie sprechen.
Quelle: HGZ
Foto: Jaromir Fuoli
Interview: Christian Greder

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