Der Roboter kommt aufs Gastgewerbe zu!

Roboter bedienen die Gäste im Hotel, Restaurant und an der Bar. Roboter kochen für bis zu 500 Gäste in der Küche. Roboter begrüssen die Hotelgäste und erledigen Arbeit an der Rezeption und Roboter putzen die Böden im Hotelzimmer etc. Der Trend zum Roboterbetrieb steht im Gastgewerbe jedoch erst am Anfang.
In anderen Branchen wächst der Markt noch viel schneller. Alleine 35 Millionen Serviceroboter als Helfer im Haus und Garten werden in den nächsten 3 Jahren wohl produziert. Bei den Industrierobotern – wozu die meisten Roboter im Gastgewerbe zählen – wird ein Verkauf von 400 000 Einheiten erwartet, vor allem in China, Japan, USA, Südkorea und Deutschland. Industrieroboter
erobern die Welt.
Roboter werden weiter Einzug in unsere Gesellschaft halten. Langsam werden einige Roboter dem Menschen so ähnlich, dass sie auf den ersten Blick nicht mehr von Menschen aus Fleisch und Blut zu unterscheiden sind. Eines Tages werden die Roboter so intelligent sein, dass sie ihre eigene Intelligenz steuern und entwickeln können. Roboter können in Zukunft viel Arbeit der Menschen übernehmen.
In der Landwirtschaft werden Milchroboter grob von jedem zehnten Bauern in der Schweiz benutzt! In Spanien gibt es einen automatischen Erdbeer-Ernteroboter, der erst die reifen Erdbeeren selber findet und sie anschliessend pflückt. Google und Apple entwickeln selbstfahrende Autos und die Japan AG setzt auf führerlose Roboter-Taxis, die schon im nächsten Jahr getestet werden sollen.
Die Roboter werden unsere Welt verändern und das Gastgewerbe auch.

Roboter

Der Putzroboter im «Henn-na Hotel» (Bild: zvg)

Roboter bedient Hotelgäste

Nahe einem Freizeitpark in der Präfektur Nagasaki in Japan wurde ein Hotel nur mit Roboter – ohne Personal eröffnet! Unter Einbeziehung modernster Technologie ist das «Henn-na Hotel» das weltweit erste Hotel seiner Art. Zehn Roboter versorgen die Gäste.

Roboter

Bild: zvg


Sie verrichten die Dienste, die an der Rezeption anfallen. Drei der 10 Roboter sind ausserdem multilingual und solche, die Menschen nachempfunden wurden, können Augenkontakte halten und auf Körpersprache reagieren. Andere schleppen schon am Eingang das Gepäck, machen den Gästen Kaffee oder putzen deren Zimmer und bringen auch die Wäsche. Ohne die Resonanz des ersten «Henn-na Hotel» abzuwarten, verkündigt der Betreiber des Hotels ehrgeizige Expansionspläne. Binnen 10 Jahren werden überwiegend in Schwellenländern 1000 (ja Tausend) solcher automatisierten Hotels gebaut. Aber die Pläne sind kein Zufall: Der Präsident des Hotelbetreibers, Hideo Sawada, ist auch Chairmann der Reiseagentur HIS.
Die «Hotelkette Aloft» setzt künftig auf einen Roboter-Butler, das kleine Helferlein namens «ALO Botir». Dieser Roboter dreht ab Mitte August 2015 seine Runden im Alfot-Hotel im Silicon Valley in Kalifornien. Er soll aber das Personal nicht ersetzen, sondern nur entlasten.

Roboter – Die neuen Sterneköche?

Die Masse der Roboter, die kochen können, wächst unwahrscheinlich. Dies zeigt auch die Robotermesse 2015 in Hannover und die Lebensmittelindustriemesse Foom 2015 in Tokyo!
Das Unternehmen Moley Robotics hat an der Lebensmittelindustriemesse Fooma 2015 in Tokyo den Roboter «Motoman SDA5» vorgestellt. Der Roboter kennt sich gut in der Küche aus: Mixen, schneiden, kochen ist kein Problem für den Roboter, der die menschlichen Armbewegungen imitieren kann. Jede Hand wird von 24 Motoren und 129 Sensoren gesteuert. Die Handbewegungen werden jedoch nicht von einer Intelligenz geführt, sondern wurden von einem bekannten britischen Chefkoch Anderson kopiert. Anderson kochte die Krabbensuppe fünf mal vor, während eine Kamera seine Bewegungen aufzeichnete. Mithilfe der so gewonnenen Daten programmierten die Ingenieure den Roboter. So kann die Maschine ein Rezept nach Anweisung nachkochen, inklusive schneiden, rühren und mixen. Dieser Prototyp soll 2017 serienreif sein. Kosten ca. 14 000 Euro.
In einer Universität in China wurden zwei Roboter Köche («Robi-Koch») eingestellt, die schon 2 000 verschiedene Arten von Speisen herstellen können. Ein «Robi-Koch» kann in einer Stunde genug Essen für 500 hungrige Studenten herstellen. Inzwischen werden 70 Prozent der von der Mensa hergestellten Gerichte von den Robi-Köchen gekocht. Neben ein Einsparungen von Arbeitskräften und Materialien ist auch die Dampf- und Rauchentwicklung in der Küche um etwa 50 Prozent gesunken.
Schon 3 000 «Chinese Noodle Robots» arbeiten in vielen Noodle-Bars in ganz China! Weiteres Produkte: Ein mechanischer Sushi-Chefkoch (Switl) bewegt Flüssigkeiten und Pasten von einem Ort zum anderen und das genauer, als es Menschen tun können.
«Rbo-Chefkochs» ist ein feinmotorisch hochentwickelter Roboter und lernt durch Nachahmung von Sterneköchen. Die Maschine besteht aus 2 Roboterarmen und zwei feinmotorisch hochentwickelte Händen.
Roboter «Willow Garage PR2» kann Pizza zubereiten, Pfannkuchen wenden etc. Roboter Rosie bereitet Sandwiches.
Und noch etwas: Vielen Köchen könnte noch nicht bekannt sein, dass ein Koch-Roboter mit Hilfe von YouTube-Kochvideos neue Küchentricks lernt!
Ein Fazit aus der Branche: «Wer weiss, vielleicht kocht ja der eine oder andere Roboter in Zukunft in einem Restaurant in ihrer Nachbarschaft!»

Roboter servieren im Restaurant und an der Bar!

China ist führend für Roboter, die im Restaurant servieren. Zum Beispiel: «Robot Restaurant» in Kunshan nahe Shanghai. Der Inhaber Song Yugang beschäftigt 11 Roboter mit grossem Erfolg. 2015 wird er noch über 50 Roboter Restaurants in China eröffnen und für 2016 sind 150 weitere Roboter-Restaurants geplant.
In Singapur servieren bald fliegende Roboter. Die neuen Kellner sehen aus wie eine grosse Frisbee-Scheibe mit vier Propellern. Sie tragen die Bestellung durch die Luft, halten vor dem Tisch, bis der Gast sein Getränk oder Essen von der kleinen Plattform genommen hat. Nicht nur Kosten sollen mit Hilfe der fliegenden Helferlein gespart werden, sondern auch Zeit und Kraft des Kellners. Die Technologie übernimmt das einfache servieren von Essen und Getränken und erlaube so den menschlichen Kellner, sich auf anspruchsvollere Aufgabe, wie den Kontakt mit den Gästen, zu konzentrieren.

Die Roboter werden boomen

Die Robotertechnik wird immer schneller und wichtiger. Hier zwei Beispiele wo viele neue Informationen gesichtet werden können. Auf «YouTube» und dann «Roboter» eingeben gibt es sage und schreibe 316 000 Videos über Roboter. Auf «Google News» und «Roboter» eingeben und dann können 140 000 Meldungen gelesen werden. Das Gastgewerbe muss sich über den Roboter-Markt und mögliche Auswirkungen für die Branche informieren und den Markt genau beobachten.
Text:
Michael Hostmann
Kompetenz-Zentrum für das Gastgewerbe und die Hotellerie AG, Kriens
Telefon 041 741 70 02
hostmann@kompetenz-zentrum.com
www.kompetenz-zentrum.com

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